Unterstützte Kommunikation
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- aktualisiert am 27.08.2011
Der Begriff „Unterstützte Kommunikation“ ist der Oberbegriff für pädagogisch-therapeutische Maßnahmen zur Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten von Menschen, die nicht oder kaum über Lautsprache verfügen. Zu diesem Personenkreis gehört ein sehr großer Teil unserer Schülerschaft. Fehlende Lautsprache ist aber nicht gleichzusetzen mit fehlendem Sprachverständnis. Vielmehr können Schülerinnen und Schülern ohne Lautsprache oft einiges oder sogar alles verstehen und haben das Bedürfnis, selbst etwas mitzuteilen. Häufige Misserfolge in der Kommunikation mit anderen können zu Verhaltensauffälligkeiten und/oder Resignation in den Kommunikationsbemühungen führen.
Die Anbahnung und weitere Förderung der kommunikativen Kompetenzen dieser Schülerinnen und Schülern ist daher eine zentrale Aufgabe an unserer Schule. Mit Hilfe des Konzepts der Unterstützten Kommunikation wird versucht, geeignete Kommunikationssysteme zu finden und individuell anzupassen, damit den Schülerinnen und Schülern und ihren Bezugspersonen eine effektivere Verständigung ermöglicht und damit eine soziale Integration erleichtert werden kann.
In einer umfassenden Diagnostik werden die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Entwicklungsbereichen erfasst. Durch Beobachtung werden dabei speziell die gegenwärtigen kommunikativen Möglichkeiten genau analysiert. Auf Basis der so ermittelten individuellen Ausgangslage der Schülerinnen und Schülern werden in der Förderung unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt bzw. Ziele verfolgt:
- Schülerinnen und Schülern werden ermutigt bzw. gestärkt, ihre bisherigen kommunikativen Möglichkeiten im (Schul-) Alltag einzusetzen;
- Basale Grundlagen von Sprache, wie z.B. der Zusammenhang von Ursache und Wirkung, werden gefördert,
- Nonverbalen Ausdrucksmöglichkeiten wie Atmung, Körperhaltung, Mimik und Gestik werden geschult;
- Gebärden werden als körpereigene Kommunikationsform angeboten;
- Kommunikation mittels Fotos und/oder Zeichen wird in Form von z.B. Symboltafeln oder -mappen ermöglicht,
- "Sprechende Tasten" (einfache Sprachausgabegeräte) bieten oft zum erstenmal die Möglichkeit, sich lautsprachlich mitzuteilen;
- Sogenannte "Talker" (komplexe Sprachausgabegeräte) werden als Möglichkeiten einer vielfältigeren lautsprachlichen Mitteilung angeboten.
Der Bereich der Unterstützen Kommunikation wird durch ein Team von Fachlehrerinnen und Fachlehrern vertreten. Diese arbeiten möglichst eng mit den Klassenteams zusammen.
Da Kommunikation am besten in natürlichen Situationen, d.h. in der Gruppe, gelernt werden kann, erfolgt die Förderung überwiegend im Klassen- oder Kleingruppenunterricht. Daher gehört es zu den Aufgaben der Fachlehrerinnen und Fachlehrern, die Klassenteams bei der Erstellung individueller Förderkonzepte, der Bereitstellung geeigneter Materialien und der Gestaltung des Lernumfeldes zu beraten, damit individuelle Maßnahmen der Unterstützen Kommunikation im gesamten (schulischen) Alltag Berücksichtigung finden.
Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer für Unterstützte Kommunikation arbeiten mit der Beratungsstelle für Schreib-, Lern- und Kommunikationshilfen sowohl inhaltlich als auch personell eng zusammen.